Wie digital ist das Handwerk?

Digitalisierung ist in aller Munde, doch ist sie auch für Handwerker wirklich wichtig? Ja, denn früher oder später ändert sich die Arbeitswelt auch in Handwerksbetrieben. Das ist keine schlechte Entwicklung, sondern spart vor allem Kosten, macht Prozesse effizienter und schafft mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Wie weit die Digitalisierung in deutschen Handwerksbetrieben bereits fortgeschritten ist, lesen Sie auf dieser Seite. 

Digitalisierung spielt im Handwerk bereits eine wichtige Rolle

Neue Informations- und Kommunikationswerkzeuge prägen Produktions- und Geschäftsprozesse immer mehr. Das Internet sowie E-Mails gehören zum Geschäftsalltag einfach dazu und der Online-Handel steigt immer mehr. Apps tragen dazu bei mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets immer stärker zu verbreiten und erleichtern den Betrieben die Arbeit. Egal ob mit Google Maps die Baustelle finden, E-Mails während der Pause beantworten, hochauflösende Fotos für die nächste Kundenpräsentation schießen oder direkt auf der Baustelle Material bestellen. Alles ist im mobilen Zeitalter kein Problem mehr. Handwerksbetriebe und KMUs nutzen die neue Technik bereits im Alltag. In Zukunft wird die Digitalisierung jedoch eine noch wichtigere Rolle spielen. Hard- und Software wird die Produkte und Werkzeuge „intelligent“ machen und so die Prozesse weiter verbessern. Ein modernes CAD-Programm überträgt seine Werkstücke automatisch an die CNC-Maschine, erstellt eine Stückliste und verarbeitet die Zeichnung zu einer dreidimensionalen Ansicht für das Gespräch mit dem Kunden. Die folgende Zeichnung zeigt dem Kunden virtuell wie seine Küche aussehen wird:

CAD Küche Zeichnung digital CNC Zeichnung Digitalisierung

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat im Rahmen der Konjunkturberichterstattung bereits im Jahr 2014 eine Umfrage mit dem Namen „Digitalisierung der Wirtschaftsprozesse im Handwerk“ durchgeführt. Dazu wurden 36 Handwerkskammern, von denen 28 in West- und 8 in Ostdeutschland ansässig sind, beauftragt. Alleine aus Bayern nahmen 1.550 Betriebe an der Umfrage teil. Bereits über 90 Prozent der befragten Betriebe nutzt elektronische Geräte in der täglichen Arbeit. Die genutzten Geräte lassen sich in folgende Kategorien einteilen:

Welches Gerät nutzen Sie in Ihrem Betrieb? (Mehrfachnennung möglich)

  • Stationärer PC 74,2% 74,2%
  • Notebook/ Laptop 57,0% 57,0%
  • Smartphone 41,1% 41,1%
  • Tablet-PC 19,7% 19,7%
  • Computergesteuerte Maschinen / Anlagen 18,5% 18,5%
  • Server 22,5% 22,5%
  • 3D-Drucker 2,8% 2,8%
  • Sonstige (z.B. Scanner) 5,3% 5,3%
  • Keines 8,5% 8,5%

Die Frage nach den eingesetzten Programmen beantworteten die Handwerker folgendermaßen:

Welche Programme setzt Ihr Unternehmen ein? (Mehrfachnennung möglich)

  • Internetzugang (über einen Browser) 82,6% 82,6%
  • E-Mail Programme 72,7% 72,7%
  • Office-Anwendungen (z.B. Word, Excel) 71,5% 71,5%
  • Betreibswirtschaftliche Programme 57,4% 57,4%
  • Computerprogramme für die Produktion 22% 22%

11% beantworteten die Frage nicht. Eine Mehrfachnennung war möglich.

Wie sich aus der Grafik schon erahnen lässt, ist der Hauptnutzen der digitalen Technik die Kommunikation mit den Kunden und den Lieferanten. Außerdem informieren sich die Betriebe im Internet und machen Online-Banking.

Um an der Digitalisierung des eigenen Betriebs zu arbeiten brauchen Handwerker Software. Die beliebtesten Programme werden im Handwerkersoftware Test vorgestellt und können kostenlos heruntergaladen werden.

Wozu nutzen Sie das Internet im Betrieb? (Mehrfachnennung möglich)

 

  • E-Mail 81,0% 81,0%
  • Eigene Homepage 46,7% 46,7%
  • Direktverkauf 7,4% 7,4%
  • Direkteinkauf 32,1% 32,1%
  • Öffentliche Auftragsvergabe 10,2% 10,2%
  • Datenaustausch mit Lieferanten / Kunden 56,9% 56,9%
  • Datenaustausch mit Behörden 31,4% 31,4%
  • Online-Banking 66,4% 66,4%
  • Datensicherung (Cloud) 16,1% 16,1%
  • Soziale Netzwerke (z.B. Facebook, Xing) 15,0% 15,0%
  • Informationsbeschaffung / Marktbeobachtung 44,0% 44,0%
  • Stellenausschreibung / Mitarbeitergewinnung 11,6% 11,6%

Nur etwa 20 % der Firmen nutzen das Internet für mobile Anwendungen. Darunter fallen unter anderem Werbung, Zeiterfassung, Arbeitsprozesse etc.

 

Marktplätze im Internet empfinden Handwerker zu:

%

Nutzen mobile Anwendungen

%

Gaben keine Antwort

%

Nutzen keine mobilen Anwendungen

Erfolgreiches Onlinemarketing für Handwerker ist immer wichtiger und wird zum Erfolgsfaktor. Onlineplattformen wie myhammer.de werden noch selten genutzt, dabei sind diese Webseiten eine gute Kundenquelle, vor allem in Zeiten mit schlechter Auftragslage.

 

%

Bieten Dienstleistungen auf Onlineplatformen an

%

Gaben keine Antwort

%

Bieten keine Dinstleistung auf Onlineplatformen an

Unternehmen, die auf den Onlineplattformen vertreten sind, verdienen ein Viertel ihres Umsatzes über diese Quellen und haben zum Großteil Onlinebezahlsysteme.

%

Ist ein Betrieb auf Onlineplatt-formen vertreten, so entsteht ein Viertel seines Umsatzes online

Der Großteil der auf Onlineplattformen vertretenen Unternehmen nutzt auch Online-Bezahlsysteme (3% beantworteten diese Frage nicht).

%

Nutzen Online-Bezahlsysteme

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Nutzen keine Online- Bezahlsysteme

Die Handwerker sehen die Digitalisierung größtenteils als Chance. Vor allem der Verkauf über das Internet und die steigenden Individualisierungsmöglichkeiten von Produkten wird von gut zwei Dritteln als positiv gewertet. Je nach Branche ist die Individualisierung schon heute ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zum Beispiel können Tischler mit einem Standard-Schrank nur sehr schwer mit den Preisen von IKEA und Co mithalten. Einbauschränke und Möbel nach Maß, die genau auf die individuellen Wünsche des Kunden angepasst sind, gehören zu den Stärken der Branche.

 

Marktplätze im Internet empfinden Handwerker zu:

%

Als Chance

%

Als Nachteil

Der Direktverkauf industrieller Anbieter über das Internet sehen die Betriebe als:

%

Als Chance

%

Als Nachteil

Die steigenden Individualisierungsmöglichkeitenvon Produkten schätzen die Handwerksbetriebe als:

%

Als Chance

%

Als Nachteil

Auch wenn sich die Handwerksbetriebe bereits auf einem guten Weg befinden, wünschen Sie sich Unterstützung von den Handwerksverbänden. Die größten Themen hierbei sind Datensicherheit, Auffindbarkeit / Werbung und Ausschreibungen.

In welchen Feldern der Digitalisierung wünschen sich die Betriebe mehr Unterstützung durch die Handwerksorganisationen? (Mehrfachnennung möglich)

 

  • Datensicherheit 28,5% 28,5%
  • Auffindbarkeit / Werbung 22,1% 22,1%
  • Produktplanung / -gestaltung 6,3% 6,3%
  • Signaturnutzung 7,2% 7,2%
  • Ausschreibungen 13,0% 13,0%
  • Cloud-Nutzung 4,7% 4,7%
  • Urheber- / Markenrecht / Impressum 9,9% 9,9%
  • Online- Verkauf bzw. Einkauf 10,2% 10,2%
  • Direkte Unterstützung wünschen 4,8% 4,8%