Kalkulation im Handwerk

Die Kalkulation ist das Herzstück eines jeden Handwerksbetriebes. Sie ist das Fundament, auf dem der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens aufbaut. Ohne eine genaue und durchdachte Kalkulation kann kein Gewinn erwirtschaftet werden. Doch was genau bedeutet Kalkulation im Handwerk? Wie geht man dabei vor und welche Komponenten sind zu berücksichtigen?

Kalkulation im Handwerk
Mit einer Handwerkersoftware kann bei der Kalkulation Zeit gespart werden

In diesem Beitrag werden wir uns intensiv mit dem Thema Kalkulation im Handwerk beschäftigen. Wir werden die einzelnen Bestandteile einer Kalkulation beleuchten, die Vorgehensweise erläutern und konkrete Inhalte und Beispiele von Kalkulationen in verschiedenen Gewerken vorstellen.

Die Aufgabe der Kalkulation

Die Kalkulation ist ein wesentliches Instrument der Preisgestaltung und der Gewinnerzielung. Sie dient dazu, die Kosten für die Herstellung eines Produktes oder die Erbringung einer Dienstleistung zu berechnen, um einen angemessenen Verkaufspreis zu ermitteln.

Hauptaufgabe ist es, die Selbstkosten für eine bestimmte Arbeit zu ermitteln. Diese Selbstkosten setzen sich aus Materialkosten, Lohnkosten und Gemeinkosten zusammen. Durch die genaue Berechnung dieser Kosten kann ein Handwerksbetrieb einen Verkaufspreis festlegen, der sowohl die Kosten deckt als auch einen angemessenen Gewinn ermöglicht.

Darüber hinaus hilft die Kalkulation, die Rentabilität verschiedener Aufträge zu vergleichen und fundierte Entscheidungen über die Annahme oder Ablehnung von Aufträgen zu treffen. Gleichzeitig ermöglicht sie Handwerksbetrieben, ihre Kostenstruktur zu verstehen und Bereiche zu identifizieren, in denen Kosten gesenkt oder Effizienzsteigerungen erzielt werden können.

Kostenträgerstückrechnung

Ein wichtiger Bestandteil der Kostenrechnung ist die Kostenträgerstückrechnung. Sie dient dazu, die Kosten pro Einheit eines Produktes oder einer Dienstleistung zu ermitteln. Die Kostenträgerstückrechnung teilt die Gesamtkosten eines Auftrages durch die Anzahl der produzierten Einheiten oder erbrachten Leistungen.

Kalkulationsmethoden im Handwerk

Es gibt verschiedene Methoden der Kalkulation im Handwerk. Eine der wichtigsten Methoden ist die Vorkalkulation.

Vorkalkulation

Die Vorkalkulation wird vor Beginn eines Auftrages durchgeführt und dient der Ermittlung der voraussichtlich anfallenden Kosten des Auftrages und der Festlegung eines Verkaufspreises. Sie basiert auf Schätzungen der Materialkosten, der Arbeitszeit und anderer Kostenfaktoren.

Die Materialkosten umfassen die Kosten für alle Materialien, die für den Auftrag benötigt werden, einschließlich der Kosten für Einkauf, Lagerung und Transport. Sie können auf der Grundlage von Preislisten, Angeboten von Lieferanten oder früheren Erfahrungen geschätzt werden.

Als nächstes werden die auf der Grundlage des Stundensatzes des Unternehmens und einer Schätzung der benötigten Arbeitszeit die Kosten für die Arbeitszeit berechnet.

Anschließend werden die Gemeinkosten in die Vorkalkulation einbezogen. Diese umfassen alle Kosten, die nicht direkt einem bestimmten Auftrag zugeordnet werden können, wie z.B. Miete, Versicherungen, Verwaltungskosten und sonstige Aufwendungen.

Abchließend wird ein Gewinnaufschlag hinzugefügt, um den Verkaufspreis zu ermitteln. Der Gewinnaufschlag kann als fester Betrag oder als Prozentsatz der Kosten festgelegt werden.

Nachkalkulation

Die Nachkalkulation wird nach Abschluss eines Auftrages durchgeführt und dient dazu, dessen tatsächliche Kosten zu ermitteln und diese mit den in der Vorkalkulation geschätzten Kosten zu vergleichen.

Bei der Nachkalkulation werden die tatsächlichen Materialkosten, Lohnkosten und Gemeinkosten, die für den Auftrag angefallen sind, addiert. Sind die tatsächlichen Kosten höher als die geschätzten Kosten, kann dies darauf hinweisen, dass die Vorkalkulation zu optimistisch war oder dass unvorhergesehene Kosten angefallen sind. In diesem Fall kann das Unternehmen seine Kalkulationsmethoden überprüfen und Anpassungen vornehmen, um die Genauigkeit künftiger Kalkulationen zu verbessern. Liegen die tatsächlichen Kosten unter den geschätzten Kosten, kann dies darauf hindeuten, dass das Unternehmen effizienter als erwartet gearbeitet hat oder dass die Vorkalkulation zu konservativ war. In diesem Fall kann das Unternehmen seine Preise überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um seine Rentabilität zu maximieren.

Zuschlagskalkulation

Die Zuschlagskalkulation eignet sich besonders für Aufträge, deren Einzelkosten leicht zu ermitteln sind und bei denen die Gemeinkosten und der Gewinn in einem relativ konstanten Verhältnis zu den Einzelkosten stehen.

Bei der Zuschlagskalkulation werden zunächst die Einzelkosten des Auftrages ermittelt. Dazu gehören die Kosten für Material und Arbeitszeit, die direkt für den Auftrag benötigt werden. Diese Kosten werden häufig als Einzelkosten bezeichnet. Anschließend werden die Gemeinkostenzuschläge und der Gewinn ermittelt. Diese werden in der Regel als Prozentsatz der Einzelkosten berechnet. Ein Unternehmen könnte beispielsweise einen Gemeinkostenzuschlag von 20 % und einen Gewinnzuschlag von 10 % anwenden. In diesem Fall würde der Verkaufspreis für einen Auftrag mit Einzelkosten von 100 Euro 130 Euro betragen (100 Euro + 20 Euro für Gemeinkosten + 10 Euro für Gewinn).

So hängen Kalkulation und Kostenrechnung zusammen

Kalkulation und Kostenrechnung sind zwei eng miteinander verbundene Aspekte der Betriebswirtschaft im Handwerk. Beide spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisgestaltung, der Kostenkontrolle und der Gewinnerzielung.

Die Kostenrechnung ist ein System zur Erfassung, Gliederung und Analyse der Kosten eines Unternehmens. Sie umfasst alle Ausgaben, die bei der Durchführung der Geschäftstätigkeit anfallen, einschließlich der Kosten für Material, Arbeitszeit, Gemeinkosten und sonstige Ausgaben. Die Kostenrechnung ermöglicht es einem Unternehmen, seine Kostenstruktur zu verstehen, Kostenstellen zu identifizieren und Maßnahmen zur Kostensenkung zu ergreifen.

Die Kalkulation hingegen ist der Prozess der Berechnung des Verkaufspreises auf der Grundlage der Kosten und des gewünschten Gewinns. Sie nutzt die Daten aus der Kostenrechnung, um die Selbstkosten für einen Auftrag zu ermitteln und einen angemessenen Verkaufspreis zu berechnen.

So kalkulieren Sie richtig im Handwerk

Empfehlung: Nutzen Sie zur Kalkulation von Beginn an eine Kaufmännische Handwerkersoftware wie z.B. Streit V.1. So vermeiden Sie ärgerliche Kalkulationsfehler.

Bedeutung des Stundensatzes als wichtige Kalkulationsgröße

Der Stundensatz ist eine der wichtigsten Größen in der Kalkulation eines Handwerksbetriebes. Er stellt den Preis dar, den der Betrieb pro Arbeitsstunde berechnet und ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitskosten.

Die Berechnung des Stundensatzes ist ein mehrstufiger Prozess, in den verschiedene Faktoren einfließen. Zunächst werden die Lohnkosten pro Stunde berechnet, die die Löhne und Gehälter sowie die Lohnnebenkosten der Beschäftigten umfassen. Hinzu kommen die Gemeinkosten, die auf die Arbeitsstunden umgelegt werden. Schließlich wird ein Gewinnzuschlag addiert, um den Stundensatz zu ermitteln.

Kostenkalkulation

Die Kostenkalkulation ermöglicht es dem Unternehmen, die Kosten eines Auftrags zu ermitteln, einen kostendeckenden Preis zu kalkulieren und fundierte Entscheidungen über die Annahme oder Ablehnung von Aufträgen zu treffen.

Vor der Kalkulation kommt der Kostenplan

Bevor Sie mit der Kalkulation beginnen, ist es wichtig, einen detaillierten Kostenplan zu erstellen. Der Kostenplan ist eine Übersicht aller Kosten, die für einen Auftrag anfallen, und dient als Grundlage für die Kalkulation. Die Zusammensetzung eines Kostenplans kann je nach Art des Auftrags und der Größe des Unternehmens variieren. In der Regel enthält er folgende Positionen:

Personalkosten Kosten für die Arbeitszeit, die für den Auftrag benötigt wird. Sie umfassen die Löhne und Gehälter sowie die Lohnnebenkosten der Mitarbeiter.
Sachgemeinkosten Kosten, die nicht direkt einem bestimmten Auftrag zugeordnet werden können, wie z.B. Mieten, Versicherungen, Verwaltungskosten und sonstige Aufwendungen.
Zinskosten Kosten für die Finanzierung des Unternehmens, einschließlich der Zinsen für Kredite und andere Finanzierungskosten.
Abschreibungen Kosten für den Wertverzehr des Anlagevermögens, wie z.B. Maschinen und Ausrüstung, im Laufe der Zeit.
Kalkulatorische Kosten Hypothetische Kosten, die in die Kalkulation einfließen, aber nicht tatsächlich anfallen, wie z.B. kalkulatorische Mieten oder kalkulatorische Unternehmerlöhne.

Zusammensetzung der Personalkosten

Personalkosten sind ein wesentlicher Bestandteil der Kosten eines Handwerksbetriebes. Sie setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen, die mit der Beschäftigung von Mitarbeitern zusammenhängen. Typische Bestandteile der Personalkosten sind:

  • Gehälter und Löhne
  • Lohnnebenkosten
  • Fortbildungskosten
  • Rekrutierungskosten
  • Krankheitskosten
  • Arbeitskleidung und -ausrüstung

Zusammensetzung der Sachkosten

Die Sachkosten umfassen verschiedene Posten, die mit dem Betrieb des Unternehmens und der Ausführung von Aufträgen zusammenhängen. Beispiele hierfür sind:

  • Materialkosten
  • Mietkosten
  • Energiekosten
  • Wartungs- und Reparaturkosten
  • Transportkosten
  • Versicherungskosten
  • Verwaltungskosten

Aufteilung der Kosten

Die Aufteilung der Kosten ermöglicht es einem Handwerksbetrieb, seine Kostenstruktur zu verstehen und Entscheidungen über die Preisgestaltung und die Annahme von Aufträgen zu treffen. Die wichtigsten Kategorien sind:

  • Direkte Kosten: Kosten, die einem bestimmten Auftrag zugeordnet werden können. Sie umfassen die Kosten für Material und Arbeitszeit, die speziell für einen Auftrag benötigt werden. Sie sind in der Regel variabel, d.h. sie ändern sich in Abhängigkeit von der Menge der produzierten Güter oder erbrachten Dienstleistungen.
  • Indirekte Kosten oder Gemeinkosten: Kosten, die nicht direkt einem bestimmten Auftrag zugeordnet werden können. Gemeinkosten sind in der Regel fix, d.h. sie ändern sich nicht in direktem Verhältnis zur Menge der produzierten Waren oder erbrachten Dienstleistungen.
  • Einzelkosten: Kosten, die einem einzelnen Kostenträger, also einem spezifischen Produkt oder einer spezifischen Dienstleistung, zugeordnet werden können. Einzelkosten können sowohl direkte als auch indirekte Kosten umfassen.
  • Gemeinkosten: Kosten, die auf alle Kostenträger verteilt werden, in der Regel nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel.

Kostenermittlung nach Arbeitspaketen

Die Kostenermittlung nach Arbeitspaketen ist eine Methode der Kostenrechnung und Kalkulation, die insbesondere in Handwerksbetrieben Anwendung findet. Sie ermöglicht eine detaillierte und genaue Kostenschätzung und trägt zur Verbesserung der Kalkulationsgenauigkeit und der Kostenkontrolle bei.

Arbeitspakete sind definierte Teile eines Auftrags, die jeweils eine bestimmte Aufgabe oder einen bestimmten Arbeitsabschnitt umfassen. Jedes Arbeitspaket wird einzeln kalkuliert, wobei die Kosten für Material, Arbeitszeit und andere Ressourcen berücksichtigt werden, die für die Durchführung des Arbeitspakets anfallen.

Die Kostenermittlung ermöglicht eine detaillierte Kostenschätzung, verbessert die Kostenkontrolle und fördert die Transparenz und das Verständnis der Kostenstruktur.

Kosten einer Handwerkerstunde

Die Kosten einer Handwerkerstunde setzen sich aus den Kosten für die Arbeitszeit des Handwerkers und den auf die Arbeitsstunde umgelegten Gemeinkosten zusammen. Die genauen Kosten variieren je nach Art des Handwerks und der Region, im Durchschnitt liegen sie in Deutschland bei etwa 40 bis 60 Euro pro Stunde.

Zu den Kosten einer Handwerkerstunde gehören:

  • Lohnkosten
  • Gemeinkosten
  • Materialkosten
  • Gewinnaufschlag

Stundenverrechnungssatz ermitteln

Der Stundenverrechnungssatz ist der Preis, der dem Kunden für jede geleistete Arbeitsstunde in Rechnung gestellt wird. Er enthält nicht nur die direkten Lohnkosten für die Arbeitszeit des Handwerkers, sondern auch einen Anteil an den Gemeinkosten des Unternehmens sowie einen Gewinnzuschlag.

Die Ermittlung des Stundenverrechnungssatzes ist ein mehrstufiger Prozess, der folgende Schritte umfasst:

  1. Ermittlung der verrechenbaren Kosten: Zunächst müssen alle Kosten ermittelt werden, die durch den Stundenverrechnungssatz gedeckt werden sollen. Dazu gehören die Lohnkosten, die Gemeinkosten und andere Kosten, die dem Unternehmen durch die Ausführung des Auftrags entstehen.
  2. Ermittlung der produktiven Stunden: Anschließend muss die Anzahl der Stunden ermittelt werden, die produktiv genutzt werden können, d.h. die Stunden, in denen tatsächlich Arbeit für Kunden geleistet wird. Dabei wird berücksichtigt, dass nicht alle Arbeitsstunden produktiv genutzt werden können, z.B. wegen Pausen, Verwaltungsarbeiten oder Ausfallzeiten.
  3. Berechnung des Stundenverrechnungssatzes: Schließlich wird der Stundenverrechnungssatz berechnet, indem die verrechenbaren Kosten durch die Anzahl der produktiven Stunden geteilt werden. Dies ergibt den Preis, der pro produktive Stunde in Rechnung gestellt werden muss, um die Kosten zu decken und einen Gewinn zu erzielen.

Vorgehensweise: Ermittlung des Stundenverrechnungssatzes

So wird der Stundenverrechnungssatz ermittelt:

  1. Zusammentragen aller Kosten, Aufwendungen und Ermittlung der Gesamtkosten des Unternehmens: Zunächst müssen Sie alle Kosten und Aufwendungen zusammentragen, die durch den Stundenverrechnungssatz gedeckt werden sollen. Dazu gehören unter anderem:
    • Löhne, Gehälter
    • Personalnebenkosten, Sozialabgaben
    • Miete und Mietnebenkosten
    • Büro- und Verwaltungskosten
    • Kosten für Reisen, Marketing und Werbung
    • Kfz-Kosten
    • Kosten für Mietleasing
    • Reparaturen und Instandhaltung
    • Abschreibungen
    • Versicherungen & Abgaben
    • Betriebliche Steuern
    • Finanzierungskosten
    • Sonstige Ausgaben (bspw. Kosten der Warenabgabe)
    • Forderungsverluste
    • Kalkulatorischer Unternehmerlohn

    Die Summe dieser Kosten ergibt die Gesamtkosten des Unternehmens pro Jahr.

  2. Berechnung der tatsächlichen Arbeitstage pro Jahr: Von den Tagen eines Jahres werden die Samstage und Sonntage, die Feiertage, die Urlaubstage und die Tage der Abwesenheit wegen Krankheit oder Messe abgezogen. Das Ergebnis sind die tatsächlichen Arbeitstage pro Jahr.
  3. Berechnung der produktiven Stunden pro Jahr: Multiplizieren Sie die tatsächlichen Arbeitstage pro Jahr mit den Soll-Stunden pro Tag. Ziehen Sie dann die unproduktiven Zeiten (z.B. Pausen, Verwaltungsarbeiten) ab. Das Ergebnis sind die produktiven Stunden pro Jahr.
  4. Vergleich der Gesamtkosten mit der Anzahl der produktiven Stunden pro Jahr: Teilen Sie die Gesamtkosten des Unternehmens pro Jahr durch die Anzahl der produktiven Stunden pro Jahr. Das Ergebnis ist der Stundenverrechnungssatz (netto).
  5. Zuschläge auf den Stundenverrechnungssatz: Fügen Sie dem Stundenverrechnungssatz Zuschläge hinzu, z.B. für Gewinn, Wagnis, Risiko, Rabatt, Skonto oder Bonus. Die Zuschläge sollten sich an branchenüblichen Zuschlägen orientieren und am Markt durchsetzbar sein. Zuletzt addieren Sie die Mehrwertsteuer und erhalten den Stundenverrechnungssatz (brutto).

Kalkulation des Stundenverrechnungssatzes

Die Kalkulation des Stundenverrechnungssatzes ist ein wichtiger Schritt, um die Rentabilität Ihrer Arbeit zu gewährleisten. Hier ist eine Beispielrechnung, die zeigt, wie Sie den Stundenverrechnungssatz berechnen können:

Kostenart Betrag
Bruttostundenlohn €30
Lohnnebenkosten (z.B. Sozialversicherungsbeiträge) €10
Gemeinkosten (z.B. Miete, Versicherungen, Bürobedarf) €10
Gewinn €5
Stundenverrechnungssatz netto €55
Gewinnzuschlag (z.B. 10% des Stundenverrechnungssatzes) €5.50
Skonto, Rabatt, Bonus (z.B. 2% des Stundenverrechnungssatzes) €1.10
Verrechnungsstundensatz netto €61.60
Umsatzsteuer (z.B. 19% des Verrechnungsstundensatzes) €11.70
Stundenverrechnungssatz brutto €73.30

Bitte beachten Sie, dass diese Zahlen nur als Beispiel dienen und die tatsächlichen Kosten und Zuschläge in Ihrem speziellen Fall variieren können. Eine detaillierte und genaue Kalkulation ist entscheidend für den Erfolg Ihres Unternehmens.

Für eine detailliertere und individuellere Kalkulation können Sie die kostenlose Excel-Vorlage zur Stundensatzermittlung von Streit Software nutzen. Sie berücksichtigt alle Lohn- und Gemeinkosten und ermöglicht die Eingabe eines Gewinnziels entweder direkt oder prozentual. Die Vorlage ist auf das Bedachungs- und Elektrohandwerk sowie auf SHK-Betriebe abgestimmt. Weitere Informationen zur Digitalisierung von SHK-Betreibene finden Sie unter Handwerkersoftware SHK.

Preiskalkulation – Angebote im Handwerk kalkulieren

Berechnungsmodelle / Pricing Modelle

Für die Preiskalkulation im Handwerk gibt es verschiedene Modelle. Hier ein Überblick über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden:

Kalkulationsmethode Vorteile Nachteile
Kostenorientiertes Pricing Einfach anzuwenden, Daten leicht zu ermitteln, Preise werden oft als fair empfunden Angebotspreise oft zu niedrig, da Zahlungsausfälle nicht angemessen berücksichtigt werden
Nachfrageorientiertes Pricing (Value Based) Kann zu höheren Gewinnmargen führen, Kunden schätzen Qualität und Leistung Erfordert genaue Kenntnis der Kundengruppe und ihrer Zahlungsbereitschaft, Unternehmen braucht ein Alleinstellungsmerkmal
Wettbewerbsorientiertes Pricing Kann in einem stark umkämpften Markt sinnvoll sein Kann zu einem Unterbietungswettbewerb führen, Kunden können an Billigpreise gewöhnt werden

Welche Kalkulationsmethode ist für Sie die richtige?

Die Wahl der richtigen Kalkulationsmethode hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art Ihres Unternehmens, Ihrer Kostenstruktur, Ihrer Wettbewerbssituation und Ihren Kundenerwartungen. Sie sollten alle diese Faktoren genau prüfen und sich für die Methode entscheiden, die für Sie die beste ist. Oft ist es sinnvoll, eine Kombination verschiedener Methoden anzuwenden, um ein ausgewogenes und wettbewerbsfähiges Preisniveau zu erreichen.

Aufbau der Preiskalkulation

Die Preiskalkulation im Handwerk folgt einem bestimmten Schema, das alle relevanten Kosten und Aufschläge berücksichtigt. Hier ist ein Beispiel für ein Kalkulationsschema für Handwerksbetriebe:

Kostenart Betrag
Fertigungsmaterial/Einzelmaterial €100
+ Materialgemeinkosten (20% des Einzelmaterials) €20
= Materialkosten €120
Fertigungskosten (Fertigungslöhne €80 + Fertigungsgemeinkosten €20) €100
+ Sonderkosten der Fertigung €10
= Fertigungskosten €110
= Herstellkosten (Materialkosten + Fertigungskosten) €230
+ Verwaltungskosten €20
+ Vertriebskosten €10
+ Sonderkosten des Vertriebs €5
= Selbstkosten €265
+ Gewinn (20% der Selbstkosten) €53
= Verkaufspreis €318

Bitte beachten Sie, dass diese Zahlen nur als Beispiel dienen und die tatsächlichen Kosten und Margen in Ihrem Fall abweichen können.

Gewinnaufschlag im Handwerk

Der Gewinnaufschlag stellt sicher, dass das Unternehmen nicht nur seine Kosten deckt, sondern auch einen Gewinn erzielt. Er kann als fester Betrag oder als Prozentsatz der Kosten berechnet werden. Ein angemessener Gewinnaufschlag sichert die Rentabilität des Unternehmens und ermöglicht zugleich wettbewerbsfähige Preise.

Gemeinkostenzuschlagssatz im Handwerk

Der Gemeinkostenzuschlagssatz ist ein Prozentsatz, der auf die direkten Kosten eines Produkts oder einer Dienstleistung angewendet wird, um die indirekten Kosten oder Gemeinkosten wie bspw. Miete, Versicherungen, Verwaltungskosten und andere Ausgaben zu decken.

Materialaufschlag

Der Materialaufschlag deckt die Kosten für den Kauf, die Lagerung und den Transport von Materialien, die für die Erbringung der Dienstleistung oder die Herstellung des Produkts erforderlich sind. Er kann als fester Betrag oder als Prozentsatz der Materialkosten berechnet werden.

Die Bedeutung der Kalkulation im Handwerk

Die Kalkulation ist für Handwerksbetriebe ein wichtiges Instrument zur Preisfindung. Sie hilft, die Kosten für Material und Arbeitszeit zu ermitteln und einen angemessenen Verkaufspreis für die erbrachte Leistung festzulegen. Eine korrekte Kalkulation ermöglicht es Handwerksbetrieben, rentabel zu arbeiten und gleichzeitig wettbewerbsfähige Preise anzubieten.

Die Rolle der Handwerkersoftware in der Kalkulation

Kalkulation im Handwerk
Mit einer Handwerkersoftware kann bei der Kalkulation Zeit gespart werden

Eine Handwerkersoftware kann den Kalkulationsprozess erheblich erleichtern und effizienter gestalten. Mit einer solchen Software können Sie alle Aspekte Ihres Unternehmens verwalten, von der Kalkulation und Auftragsabwicklung über die Arbeitszeiterfassung bis hin zu Lagerverwaltung und Einkauf. Darüber hinaus ermöglicht sie die digitale Archivierung aller Unternehmensprozesse und bietet eine Vielzahl von Funktionen, die speziell auf die Bedürfnisse von Handwerksbetrieben zugeschnitten sind.

Die Handwerkersoftware Streit V.1® bietet eine Vielzahl von Funktionen, die speziell auf die Bedürfnisse von Elektrobetrieben zugeschnitten sind, darunter einen Artikel- und Leistungskatalog für eine effiziente Kalkulation, verschiedene Apps für die mobile Auftragsbearbeitung und Arbeitszeiterfassung, ein Programm zur digitalen Erfassung aller für einen Auftrag benötigten Materialien und Bauleistungen sowie Schnittstellen für den digitalen Datenaustausch mit externen Partnern.

Die Vorteile einer Handwerkersoftware liegen auf der Hand: Sie spart Zeit, steigert die Effizienz und ermöglicht eine genauere und detailliertere Kalkulation. Darüber hinaus bietet sie einen besseren Überblick über alle Aspekte des Unternehmens und erleichtert die Verwaltung und Organisation.

Beispiele für Kalkulationen im Handwerk

Um die Bedeutung der Kalkulation im Handwerk zu verdeutlichen, betrachten wir ein konkretes Beispiel. Angenommen, ein Elektriker möchte die Kosten für die Installation einer neuen Beleuchtungsanlage in einem Haus berechnen. Er würde zunächst die Kosten für das benötigte Material ermitteln, also für Lampen, Kabel, Schalter und andere Komponenten. Dann würde er die für die Installation benötigte Arbeitszeit schätzen und mit seinem Stundensatz multiplizieren. Schließlich würde er eine Gewinnspanne hinzufügen, um den Verkaufspreis zu ermitteln.

Ein weiteres Beispiel wäre ein Malerbetrieb, der ein Angebot für das Streichen eines Hauses erstellt. Der Maler würde die Kosten für Farbe, Pinsel und andere Materialien berechnen, die Arbeitszeit schätzen und eine Gewinnspanne hinzufügen. Mit einer Handwerkersoftware könnte er diese Kalkulation schnell und effizient durchführen und ein detailliertes Angebot erstellen.

Fazit

Kalkulation im Handwerk ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens. Sie erfordert ein gutes Kostenverständnis, eine genaue Kostenrechnung und eine strategische Preisgestaltung. Mit den richtigen Werkzeugen und Kenntnissen können Sie Ihre Kalkulation optimieren und so Ihre Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Eine Kalkulationssoftware kann den Kalkulationsprozess erheblich erleichtern und effizienter gestalten. Mit den richtigen Werkzeugen und Kenntnissen können Handwerksbetriebe ihre Kalkulation optimieren und so ihre Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

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